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Pressemitteilung (pn):
Hornissen - Besser als ihr Ruf

Oft bemerkt man Hornissen jetzt im Spätsommer, wenn ihre Völker die maximale Stärke erreichen. Eine echte Gefahr für den Menschen, wie landläufig beschrieben, ist das größte staatenbildende Insekt Mitteleuropas in seltenen Fällen. ...

Darauf weist die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen hin.

Vielen sind sie in diesen Tagen schon über den Weg geschwirrt: Im Aussehen ähnlich wie Wespen, jedoch etwa doppelt so groß, bevorzugen Hornissen hohle Bäume, Holzschuppen, Dachböden und Gartenhäuschen zum Nestbau.

Oftmals werden Hornissen als aggressiv, stechwütig und ihre Stiche als sehr giftig bezeichnet. Auch gelten sie als Schädlinge, welche nützliche Bienen töten. Diese Vorurteile entsprechen allerdings nicht der Wahrheit. Hornissen sind, sofern man sie nicht durch Erschütterungen und Bewegungen sehr nah am Nest reizt, harmlos und verhalten sich außerhalb ihres Baus scheu und fluchtbereit. Darüber hinaus ernähren sie sich hauptsächlich vom Saft reifen Fallobstes. Ein Hornissenstich ist bei gesunden Menschen zudem nicht schlimmer als der Stich einer Wespe.




Wenn im Spätsommer reife Äpfel im Garten liegen, finden Hornissen reichlich Nahrung.
Foto: Willi Wasser, pixelio.de



Ohnehin neigt sich der Lebenszyklus der Hornissen zu dieser Jahreszeit dem Ende zu. Ein Nest wird bevölkert von der Königin, zahlreichen Arbeiterinnen und einigen männlichen Drohnen. Bevor das Wetter kühl wird, fliegen die jungen Königinnen aus und werden von den Drohnen begattet. Die Königinnen kehren dann nicht mehr zum Nest zurück, sondern suchen sich in hohlen Bäumen oder in Erdlöchern einen Platz zum Überwintern. Das restliche Hornissenvolk stirbt im Spätherbst ab. Zurück bleibt ein leeres Nest, das nicht wiederbesiedelt wird. Im nächsten Frühjahr beginnt der Zyklus von neuem. Die befruchteten Königinnen erwachen und gründen einen neuen Staat, indem sie ihre Eier ablegen, aus denen zahlreiche Arbeiterinnen, Drohnen und im Spätsommer auch wenige Jungköniginnen schlüpfen.

„Hornissen gehören zu den nach dem Naturschutzgesetz besonders geschützten Tierarten“, sagt Siegfried Geißler von der Unteren Naturschutzbehörde, „bewohnte Nester dürfen deshalb nicht ohne unsere Erlaubnis beseitigt werden.“ Alle Bürgerinnen und Bürger bittet er, Hornissennester und deren Bewohner, wenn möglich auch im Umfeld des Wohnbereiches zu dulden. Bei rücksichtsvollem Verhalten gehe in der Regel von den Tieren keine Gefahr aus, insbesondere, wenn ein Sicherheitsabstand gewahrt wird. Falls dennoch Probleme mit den Hornissen auftreten, steht die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt unter Telefon 08431/57-304 als Ansprechpartner bereit. Wer zusätzlich zum Schutz der Hornissen beitragen möchte, kann dies durch eine naturnahe Gartengestaltung tun. Diese bringt nicht nur den Insekten einen Vorteil, sondern sichert auch das Überleben vieler anderer bedrohter Tierarten.







Details
Kategorie:Sonstiges
Eingetragen am:24.08.2011 14:55
Quelle:Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen

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