Pressemitteilung (pn): Unwort des Jahres : "notleidende Banken" |
|
Besonders dieser sprachliche Blindgänger sei Einsendern und Juroren unangenehm aufgefallen. Damit werden Verursacher zu Opfern stilisiert. Ganz im Stil von George Orwells "Neusprech"...
Hinweis: Dieser Bericht ist ein User-Beitrag von Onkel-Albert! Der Beitrag wurde lediglich vom pafnet.de-Team freigeschaltet und spiegelt nicht die Meinung der Redaktion wieder.
Die Aktion "Unwort des Jahres" will für mehr sachliche Angemessenheit und Humanität im öffentlichen Sprachgebrauch werben. Zu diesem Zweck werden jährlich einzelne Wörter oder Formulierungen aus der aktuellen öffentlichen Kommunikation, welche die Erfordernisse sachlicher Angemessenheit und humanen Miteinanders besonders deutlich verfehlen, öffentlich gerügt.
Zum Unwort des Jahres 2008 wurde die Formulierung "notleidende Banken" gewählt
2.117 Einsenderinnen und Einsender aus dem In- und Ausland haben sich mit 1.129 verschiedenen Vorschlägen an der diesjährigen Wahl beteiligt. Diese Vorschläge wurden ab 9. Januar von einer unabhängigen Jury gesichtet, bewertet und Auffälligkeiten wie kampagnenartig hohe Einsendungen ausgesiebt.

Das diesjährige "Unwort des Jahres", der Begriff "notleidende Banken", stellt nach Meinung der Jury um den Frankfurter Germanisten Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser, das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Wirtschaftskrise rundweg auf den Kopf. Während die Volkswirtschaften in ärgste Bedrängnis geraten und die Steuerzahler Milliardenkredite mittragen müssen, werden die Banken mit ihrer Finanzpolitik, durch die die Krise verursacht wurde, zu Opfern stilisiert.
Weiters wurden für 2008 gerügt: Rentnerdemokratie
(Als die Renten um ganze 1,1% erhöht werden sollten, malte der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog, selbst Bezieher satter Altersbezüge, das Schreckbild eines Staates, einer "Rentnerdemokratie", in der "die Alten die Jungen ausplündern".)
und Karlsruhe-Touristen.
(Diffamierung von Bürgern, die wiederholt wegen der Verfassungsgemäßheit von Gesetzen das Bundesverfassungsgericht anrufen - ausgerechnet durch den Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft R. Wendt.)
Als verfehlte Wortschöpfung gerügt wurden bereits "Herdprämie" (2007), "Freiwillige Ausreise" (2006), "Entlassungsproduktivität" (2005) oder "Humankapital" (2004)
Kommentieren sie mit!
Wurde das Richtige gerügt?
Hätten sie ein noch besseres Wort gewußt?
Oder kennen sie weitere Wortschöpfungen im Sinne einer Orwelschen "Neusprech-Grammatik"?
Hinweis: Die pafnet.tv-Mitarbeiter schalten Berichte lediglich frei.
Die Berichte spiegeln nicht die Meinung des pafnet.de-Teams wieder.
Für den Inhalt ist ausschließlich der jeweilige Autor selbst
verantwortlich ohne Anspruch auf Richtigkeit & Objektivität.
| |
Weitere Artikel aus der Rubrik Sonstiges:
|
|