Pressemitteilung (pn): Kommunikationsguerillia-Aktionen auf dem Vormarsch |
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Der neue Film der "Yes Men" zeigt: Intelligente Gesellschaftskritik macht Spaß...
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Gefakte Staatsbürgerschaftstests für Deutsche, ausgetauschte Sprachmodule oder die gefälschte New York Times und der neue Film der "Yes Men" zeigen: Intelligente Gesellschaftskritik macht Spaß.

Die erste Aufregung über die Einbürgerungstest für Ausländer hatte sich gerade gelegt, da flatterten Erlanger Bürgern Briefe des Einwohnermeldeamtes ins Haus.
Deutsche Bürger wurden zum "Staatsbürgerschaftstest" gebeten.
Laut dem Schreiben führt der Freistaat "eine Erhebung zur Feststellung der durchschnittlichen Kenntnisse der deutschen Sprache, Kultur und Gesellschaft durch". Es kam noch krasser:
"Sollte die Befragung ergeben, dass Ihre staatsbürgerlichen Kenntnisse sich als ungenügend erweisen, sieht sich die bayerische Staatsregierung dazu gezwungen, Ihre Staatsbürgerschaft vorübergehend einzuziehen"
Die Briefe waren fingiert und, so die Vermutung der auf Grund zahlreicher Anzeigen eingeschalteten Behörden, sollten auf die Praxis des in der jüngsten Vergangenheit wegen etlicher Abschiebeaktionen unter starke Kritik geraten Leiters des Ausländeramtes hinweisen.
(das ein gefakter, unschlagbar niedrige Preise verheißender Pizza-Lieferservice unter der Telefonnummer dieses Behördenleiters zu erreichen war -und im Falle von Lieferverzögerung bei Bestellannahme durch den Anrufbeantworter eine kostenlose Flasche Wein ausgelobt wurde - brachte der Aktion zusätzlich Öffentlichkeit)
Nur eine von unzähligen Kommunikationsguerillia-Aktionen.
Was bei uns mit harmlosen Forderungen der oberbayerischen Spaßguerillias begann, "Freie Sicht auf´s Mittelmeer, Nieder mit den Alpen" setzte sich mit vielfältigen Aktionen und in größerem Stil weltweit fort.

Auf der diesjährigen "Berlinale" wurde der zweite Film der "Yes Men" vorgestellt.
Mit dem Dokumentarfilm "THE YES MEN FIX THE WORLD" (eine Koproduktion mit dem Fernsehsender ARTE) haben sich die Politaktivisten Mike Bonanno und Andy Bichlbaum (bürgerlich Jacques Servin - Science-Fiction-Autor und Igor Vamos - Professor am Rensselaer Polytechnic Institute in New York) in ein neues Undercoverabenteuer gestürzt. Die ganze Freiheit des freien Marktes ist diesmal ihr Thema, und Konzerne wie Exxon oder Halliburton sind ihre willigen Opfer.
Einer größeren Öffentlichkeit wurden sie bekannt, als am 12. November 2008 die "Yes Men" eine gefälschte Ausgabe der New York Times, datiert auf den 4. Juli 2009 verteilten.
Neben dem Hinweis
"Alle Nachrichten die wir gerne drucken würden"
fanden sich in dieser spektakulären Parodie. z.B. die Meldungen die Kriege im Irak und in Afghanistan seien beendet, das US-Gefangenenlager Guantanamo Bay auf Kuba geschlossen, George W. Bush werde wegen Hochverrats angeklagt und die US-Außenministerin Condi Rice outet sich als Lügnerin.

PDF der gefaketen NYT-Ausgabe zum freien Herunterladen:
Link: www.spiegel.de/media/0,4906,19346,00.pdf
Andy Bichlbaum zu den Akionen der "Yes Men": "Anwälte kämpfen vor Gericht, Gewerkschaftler in der Arbeitswelt, wir können eben das hier. Für eine Veränderung des Systems ist das, was wir tun, allerdings weit weniger wichtig als richtige politische Arbeit. Doch es ist immerhin etwas.
Begonnen haben beide ihre subversiven Umtriebe mit fröhlicher Sabotage und Barbie-Puppen. Sie vertauschten die Sprachmodule von Barbie und GI-Joe und stellten sie wieder zurück in die Regale. GI-Joe säuselte nun aus dem Kampfanzug: "Du bist meine beste Freundin". Oder: "Lass uns einkaufen gehen" und die liebliche Barbie bellte: "Tote Männer lügen nicht" und "Lasst Blei sprechen".
Die Yes Men- Aktivisten fälschten auch Internet-Seiten, u. A.
der Welthandelsorganisation WTO,
wurden darüber zu Konferenzen eingeladen und verkündeten dort die Auflösung der WTO,
von DOW Chemical,
wurden als deren Sprecher von der BBC zum 20 Jahrestag des von DOW verursachten Bhopalunglücks eingeladen- 3.000 Toten und 120.000 Verletzten - um sich dort im Interview "nun zu seiner Pflicht bekennen, und 12 Milliarden US-Dollar an die betroffenen Familien auszahlen wolle". Sofort gingen die Aktien von DOW in den Keller.
von Halliburton (siehe Filmplakat mit "SurvivaBalls" ) (Zitat WIKI) traten die Yes Men als Halliburton-Repräsentanten auf der Konferenz "Catastrophic Loss" in Erscheinung. Dies war eine in Florida abgehaltene Tagung, die die Auswirkung der globalen Erwärmung zum Thema hatte. Die Yes Men stellten diesbezüglich den SurvivaBall vor. Dieser sollte Manager vor Stürmen, Erderwärmung, Flutwellen etc. schützen. Der SurvivaBall sieht aus wie ein überdimensionierter Plastik-Ball mit 6 Armen, zwei Kopfhöreröffnungen und einer Öffnung für das Gesicht des zu rettenden Managers. Die Zuhörer waren sichtlich angetan von der Idee des SurvivaBalls. Es kam sogar zu einer Anfrage, inwiefern der SurvivaBall auch vor Terrorismus schützen würde.
Bisher ließen Kommunikationsguerillia-Aktionen in unseren Landkreisen noch auf sich warten.
Aber wer weiß das schon so genau.
| Details | |
| Kategorie: | Sonstiges |
| Eingetragen am: | 11.02.2009 07:47 | | Quelle: | Onkel-Albert |
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